Montag, 11. August 2008

AKWAABA GHANA


Am Donnerstag Nacht bin ich in Accra gelandet und mache nun fuer 6 Wochen ein Praktikum in einer Marketing-Agentur in der Stadt. Die ersten Minuten in Afrika waren bereits sehr schraeg und gewoehnungsbeduerftig. Als mich Dickson vom Flughafen abgeholt hat und wir endlich in das sechste Taxi stiegen (die Anderen liessen nicht so verhandeln wie er es wollte), wollte ich aufgrund der Hitze das Fenster runter lassen und hatte ploetzlich den Hebel in der Hand :-I Ob der Fahrer den Motor absichtlich bei jedem Mal stehenbleiben ausschaltete oder ob die Karre einfach so staendig abstarb, kann ich nicht so beurteilen...
Das Praktikantenhaus ist in Ordnung und auch die Leute dort sind supernett! Am Freitag hatte ich die erste Stadtfuehrung mit Dickson (und Sabrina, die auch neu ist) und konnte einiges von der Stadt sehen. Wir waren auch am Strand und ich habe zum ersten Mal Trommel gespielt. Gleich am Samstag frueh sind wir zu neunt nach Koforidua gefahren. Das liegt mit dem Tro Tro etwa 3 Stunden nordoestlich von Accra, weshalb wir uns dort auch ein Hotel (fuer umgerechnet 4 Euro... -> dafuer kein Wasser) nahmen. Wir sind durch den Jungle gewandert und haben den Umbrella-Stone besichtigt und noch zwei Wasserfaelle (Akaa-Falls und Boti-Falls). Am Sonntag Abend sind wir noch gemuetlich auf der Veranda zusammen gesessen und haben Bier getrunken.

Heute ist mein erster Arbeitstag. Ich bin in einem Buero mit etwa 40 Ghanaaer. Alle sind supernett zu mir. Die Arbeitsmoral ist sehr gewoehnungsbeduertig. Jeder sitzt nur herum und surft im Internet oder quatscht mit jemanden. Ich habe die Aufgabe mir einen Slogan fuer ein Mobilfunkunternehmen zu ueberlegen und wie man das ganze in Verbindung mit einem Fussballtournier auch visuell transportieren kann. Eilig hat es hier niemand... deswegen lautet auch der Leitspruch der Ghanaer "There's no hurry in life".....

Mein erster Eindruck: Es gibt sehr viel Armut und Dreck, die Leute sind aber offen und freundlich. Alles wird auf dem Kopf transportiert (Getraenke, Essen, Riesenschnecken, Tische, etc....) und die ganze Stadt ist extrem laut. Das Hauptfortbewegungsmittel ist das "Tro Tro" und laesst jeden seine Platzangst ueberwinden. In einen Kleinbus, welcher legal etwa 10 Leute transportieren kann, werden meistens doppelt so viele reingequetscht. Wenn eine Reihe voll ist wird ein Sitz heruntergeklappt und die naechste Reihe gefuellt. D.h. wenn man in der letzten Reihe sitzt muss der halbe Bus aussteigen, wenn man raus moechte. Es sind nur die Hauptstrassen bepflastert und insgesamt ist alles sehr aermlich. Viele Menschen wohnen in Barracken bzw. am Land in Lehmhuetten und davor am Strassenrand ist eine Rinne, wo jeder seinen Muell, Abwasser und Notdurft abladet. Wenn uns Kinder und manchmal auch Erwachsene sehen, rufen sie "Obrouni" (= Weisse) und winken uns zu.
Es ist unglaublich was man in so einer kurzen Zeit erleben kann. Regelmaessig bekommt man eine Reizueberflutung und das ist wohl auch der Grund warum wir meistens um 23 Uhr totmuede ins Bett fallen.

So, das war der erste Bericht.... Ich bin gespannt was mich hier noch alles erwartet....

Umbrella Stone in Koforidua




Unsere Strasse



Strandbar in Accra



Tro Tro....






Boti-Falls

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